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Part 2.

Events. Fehler. Yolos.

Nachdem das erste Event ja doch recht guten Anklang bei der teilnehmenden Bevölkerung fand, entschieden wir uns vor lauter Naivität ein zweites Event aufzusetzen um die Sache noch etwas mehr auszureizen. Wie weit können wir es denn eigentlich treiben? Und viel wichtiger: Schaffen wir es noch mehr Baller/innen zu catchen?

Und wie vieles im Leben war auch da die Devise: Nicht quatschen, machen!

Und wieder wurde Lichttechnik angemietet - diesmal, und das war enorm wichtig für uns - haben wir aus dem ersten Event gelernt und versucht hier und da mal zu optimieren wo es nötig war. 

Optimierung #1: statt 2 LED Lichtern entschieden wir uns für 4 LEDs. Die nobelpreisverdächtige Erklärung? 4 Leuchten sind stärker als 2, so spielt es sich auf dem nachtschwarzen Court viel besser. 

Optimierung #2: Anmeldung der Teams und Organisation der Spiele während des Events. Während das erste ballout-Event noch relativ unorganisiert ablief, mussten wir uns für das zweite Event dann doch einen „ordentlichen“ Turnier-Ablauf überlegen. Nicht ganz so einfach wie es klingt, wenn man absolut keine Ahnung hat wieviele Spieler bzw. Teams letztendlich zum Event kommen. 

Oberste Devise im Event-Business: Egal wie gut vorbereitet du bist, irgendetwas wird trotzdem schieflaufen. Da hilft nur „ready“ sein, wenn es passiert. Tatsächlich mussten wir das an diesem Tag mehrmals erfahren. Begonnen hat das Ganze mit der wunderbaren Idee, die ca. 150kg schwere Licht- und Tontechnik einen Tag vor dem Event in ein nahegelegenes Büro - in den 6.ten Stock - zu transportieren, um das Zeug am Eventtag dann recht schnell und flexibel startklar zu haben. Also ab in den Aufzug mit dem Zeug und gut ist. Und so kam der Eventtag, und so entschied sich der liebe Aufzug ausgerechnet an diesem Tag seine Arbeit niederzulegen und nicht mehr zu funktionieren. Ziemlich blöd für uns, 150kg 6. Stockwerke runterzutragen stand bisher nicht auf unserer Eventplanung. So, nach etwas hin-und her rumtelefoniererei mit den Service hat dann alles wieder funktioniert und es konnte weitergehen. Blöd nur, dass die ganze Aufzugsgeschichte recht viel Zeit beansprucht hat, so dass wir mordsmäßig spät zu unserer eigenen Veranstaltung waren. Also ganz schnell das DriveNow gebucht, das selbstverständlich so weit weg stand wie sonst nie - egal. Ab ins Auto, ab zum Eventort. Nur fuck, wir haben unser Stromaggregat nicht getankt. Ohne Sprit kein Licht und keine Mucke. Also ab zur Tanke. Nur shit, was tankt man in das Ding denn eigentlich? Hatten wir beim ersten Event noch ein geliehenes Gerät mit klarer Anweisung was man tankt und wieviel man tankt, stand uns diesmal ein etwas älteres Gerät zur Verfügung, das wir einen älteren Herren aus seiner noch viel älteren Garage abgekauft hatten - ohne zu fragen was man denn da eigentlich tankt. Und bei aller Coolness die man auch haben kann, aber stellt dir einfach den Moment vor wie du vor der Tanksäule stehst, mit einem 1970er Stromaggregat, und keinen blassen Schimmer hast wie das Ding getankt werden möchte, gleichzeitig die Uhr runtertickert und du weißt, dass du unverschämt spät zu deinem eigenen groß angekündigten Streetball Turnier bist, und der Griff zur falschen Zapfsäule über GO oder NO GO der kompletten Veranstaltung entscheidet, denn ohne Stromaggregat keine Mucke und vor allem kein Licht. Entspannt. Und mal wieder hiess es, fuck it, lets just try something. Sprit rein, ab in die Karre und mit gefühlten 200 Sachen zum Mauerpark, wo die ersten Baller schon gewartet haben.

Also ging der Spaß von Neuem los: Technik auspacken, Kabel verlegen, Lautsprecher aufbauen, Stromaggregat anschmeißen. Und siehe da, es gibt einen lauten Knall und es kommt Rauch! Aus dem ***** Teil kommt Rauch raus, und keiner weiß warum - bis dann einer unserer Jungs mit Erstaunen feststellen musste, dass sich der Auspuff verabschiedet hat und sich das Ding nicht mehr wie ein Traktor anhört, sondern eher wie 10 Traktoren - allesamt mit kaputtem Auspuff. Der graue Rauch der parallel aufsteigt macht die Sache dann auch nicht wirklich schöner. Naja, was solls, läuft wenigstens. Das sollte es aber noch nicht gewesen sein, denn das Stromaggregat hatte noch weitere lustige Streiche mit uns vor. Wichtig an dieser Stelle ist die Erkenntnis, dass sich spritbetriebene Geräte manchmal doch recht stark in ihrem Spritverbrauch unterscheiden - auch wenn die Leistungsangaben die Gleichen bzw. sehr ähnlich sind. Der Hauptunterschied zwischen dem vorher gemieteten, neueren Modell und dem gekauften, älteren Modell war in unserem Fall eben der Spritverbrauch. Klingt zunächst wenig überraschend. Wenn man sich jedoch noch nie mit dem Thema beschäftigte, kann es schon einmal vorkommen, dass es während der stressigen Eventplanung dann doch nicht bedacht wird und man zu wenig tankt.

Quizfrage: Was passiert, wenn das Stromerzeugungsaggregat mitten im Event wegen Spritmangel ausfällt und damit auch die gesamte Beleuchtung inkl. Musikanlage? Ist doof. In einem recht großen Park, mitten in der Nacht, ohne jegliche externe Beleuchtung, kann sowas schon mal unpraktisch sein. So auch in der Nacht unserer Veranstaltung, als das Aggreget tatsächlich aufhörte Strom zu erzeugen, weil der Sprit ausgegangen war - und wer hätte es gedacht - wir selbstverständlich keinen Extrasprit am Start hatten. 

So standen (und saßen) auf einmal eben ca. 100 Leute ganz plötzlich im Dunkeln. Mitten im Park. Und so standen auch 2 Teams mitten auf dem Court - und mitten im Dunkeln. Auch relativ unpraktisch. 

Die Aufregung im Orga-Team war natürlich groß. Herzen rutschten in die Hosen und vor lauter Panik hat man aufgehört logisch denken zu können. Zum Glück kam einem der ballout-supporter-from-day-1 dann die Idee, dass es eben am Sprit liegen könnte, und man schleunigst Sprit holen sollte. Mitten in der Nacht - ohne Auto oder nahegelegene Tankstelle nicht so einfach. Die im dunkeln gelassenen Event-Teilnehmer zu beruhigen - umso schwieriger. Und so lief einer zur Tanke, während der Rest des Teams damit beschäftigt war, die überraschten und teils nicht sichtbaren Gesichter (weil dunkel) der Spieler bzw. Zuschauer davon zu überzeugen das Event nicht zu verlassen, denn es würde ja in Kürze weitergehen. Die Meisten sind geblieben. Wenige sind gegangen. Und als ob das alles noch nicht genug wäre, kam dann auch noch die Polizeit inkl. Taschenlampen angerollt und hatte sich wohl gefragt, was denn die ca. 100 Leute mitten im Park zur späten Stunde ohne Licht mitten im Park tun würden!? Die Fragestellung war wohl so interessant, dass sich die beiden Streifenpolizisten direkt hinter die Eventfläche mit ihrem Fahrzeug in Warteposition stellten und darauf lauerten wie bzw. ob es denn weitergehen würde. Irgendwann kam dann auch der Extra-Sprit angelaufen, die Polizei ist weggerollt und das Spiel konnte weiterlaufen. Sprit rein, Licht an, Musik auf laut und gib ihm. Ein YOLO und einige graue Haare später konnte das Event dann tatsächlich ohne weitere Zwischenfälle zu Ende gehen. Alle happy und leicht am zittern. Was ein Abend…